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Sarreguemines
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Fotografie-Ausstellung :
Die Arbeit in den Steingutwerkstätten
1. Juni - 31. Oktober
Garten der Bliesmühle
Museum für Steinguttechnik
125, avenue de la Blies - F-57200 Saargemünd
Tel.: 00.33.3.87.98.93.50
Öffnungszeiten: täglich von 9 20 Uhr
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Eine außergewöhnliche Fotosammlung
Drei Serien von Alben
Die Sammlung des Museums enthält drei Serien von Alben mit Fotografien aus der Saargemünder Steingutmanufaktur. In Form einer Reportage illustrieren diese Alben die manchmal mühevolle Arbeit der Frauen und Männer in der Saargemünder Manufaktur.
1880, das Älteste
Das älteste Album stammt aus dem Jahre 1880. Es ist in Leder gebunden und enthält 21 Fotografien. Man findet darin besonders Fotografien von Paul de Geiger mit leitenden Angestellten der Manufaktur, Ansichten der Bliesmühle sowie Gruppen von Arbeitern der Fabrik. Es enthält außerdem Erinnerungen an die Militärzeit, die mit Sicherheit vom ehemaligen Besitzer des Albums stammen.
1892, das Vollständigste
Das Museum bewahrt eine Serie von zehn in rotem Perkalin gebundenen Alben aus dem Jahre 1892 auf. Bei diesen Fotografien, die in einem Passepartout mit Reliefdekor gezeigt werden, handelt es sich um Werke des Pariser Fotografen De Jongh. Dieses vollständig erhaltene Werk beinhaltet Außenansichten der Fabrik, Innenansichten der Werkstätten sowie eine bedeutende Anzahl von Fotografien, die Arbeiter und Angestellte gruppiert nach Arbeitsbereichen zeigen.
1923, das Detaillierteste
Die letzte Reportage ist aus dem Jahre 1923. Die Fotografien werden in drei gebundenen Alben aufbewahrt. Es handelt sich dabei um das detaillierteste Dokument, in dem alle Phasen der Steingutfabrikation von der Zubereitung der Rohmasse bis zum letzten Brennvorgang gezeigt werden.


Die Frauen und Männer der Manufaktur
Die Belegschaft
Von 15 Arbeitern bei ihrer Gründung durch Nicolas-Henri Jacoby im Jahre 1790 stieg die Zahl der Steingutarbeiter in der Manufaktur im Laufe des 19. Jahr-hunderts stetig an. Am Ende der Leitung durch Paul Utzschneider zählte sie schon 500 Arbeiter. Unter Alexander de Geiger benötigten die neu in Betrieb genommenen Fabriken in Saargemünd immer mehr Arbeitskraft, und die Anzahl der Arbeiter erhöhte sich ganz erheblich. Von mehr als 1000 Arbeitern im Jahre 1857 steigt die Belegschaft kurz vor dem Deutsch-Französischen Krieg 1870 auf 1350 Arbeiter. Während der Besatzung und unter der Leitung von Paul de Geiger erreicht die Manufaktur ihren Höhepunkt und zählt bis zu 3250 Arbeiter.
Die Herkunft der Arbeiter
er Großteil der Frauen und Männer stammt aus der Umgebung von Saargemünd. Man kommt von weit her, oft zu Fuß, jedoch ab 1865 auch mit der Eisenbahn. Man stellt fest, dass viele der Arbeiter aus Dörfern kommen, die einen Bahnanschluss haben.
1869 baut man die erste Arbeitersiedlung der Manufaktur, um einen Teil der Angestellten zu beherbergen. Die Facharbeiter, wie z. B. die Brenner, kommen aus ganz Europa und wandern von einer Manufaktur zur nächsten. Falls eine Manufaktur schließt, finden sie meist in einer anderen eine neue Beschäftigung. Das gilt auch für die belgischen Arbeiter aus der Manufaktur in Tournai, die 1890 nach Saargemünd abwandern. 1910 kommen polnische Arbeiter nach Saargemünd. Ihre Ankunft verursacht einen der ersten Arbeiterproteste innerhalb der Fabrik !
Nach dem Ersten Weltkrieg nimmt die Zahl der Arbeiter konstant ab.


Die Ausstellung
Das Gelände der Bliesmühle
Das Gelände der Bliesmühle besteht aus mehreren Gebäuden, in denen der Ton für die Manufaktur aufbereitet wurde. 1998 wurde in dieser Fabrikeinheit ein Museum eingerichtet, das die Technik und das Know-how der Keramikkunst im 19. und 20. Jahrhundert zeigt.
Auf dem industriellen Brachland hinter dem Museum legte man einen Garten an, in dem zur Zeit die Ausstellung Die Arbeit in den Steingutwerkstätten zu sehen ist. In den Gängen der alten Werkstätten, wo einst die Tonmassen geschlämmt und die Tonarten aufbereitet wurden, zeugen 39 Fotografien von der Arbeit der Frauen und Männer der Bliesmühle und anderer Bereiche der Manufaktur. Dem Labyrinth der Räume und Gänge folgend wird der Spaziergänger zum Besucher und entdeckt hier das Portrait eines Arbeiters, dort jemanden vor seiner Maschine oder an seinem Arbeitsplatz.
Die Fotografie im letzten Jahrhundert
Auch wenn die Fotografie im 19. Jahrhundert nicht mehr in ihren Anfängen steckte, so war sie doch weitaus weniger ausgereift als heutzutage. Es bedurfte sehr langer Belichtungszeiten. Insofern haben die fotografierten Arbeiter viele Sekunden posieren müssen. Die Bilder wirken wie eingefroren. Die bewegungslosen Männern scheinen vor ihren Maschinen zu warten. Doch die Qualität der Fotografien ist außergewöhnlich. Das kleinste Detail eines Gebäudes oder einer Maschine ist erkennbar. Ebenso bemerkt man beim aufmerksamen Betrachten der Arbeitergruppen viele Einzelheiten. Man sieht die verschiedenen Schürzen der Frauen und die originellen Kappen und Hüte, die ein Großteil der Männer tragen.
Einige Berufe muss man erraten. Die Arbeiter mit einem aufgenähten Stück Leder auf der Schulter transportierten die Paletten mit Geschirr. Diejenigen mit einem großen Spachtel bearbeiteten die Gipsformen und Barbotinauflagen... Die Küfer posieren stolz mit Säge oder Hammer. Auf einigen Bildern sieht man Gruppen von Arbeitern, in deren Mitte der Chef der Werkstatt stolz im Stadtanzug posiert.
Entdecken Sie 39 Fotos
Die Ausstellung, die einen Teil der Fotografiesammlung des Saargemünder Museums ans Licht bringt, besteht aus 39 Sepia-Abzügen, von denen zwei Bilder das Format 184 x 280 haben, zwölf das Format 92 x 140, 16 das Format 46 x 70 und zehn das Format 23 x 35.
"Abenteuer Arbeit Menschen und Werkzeuge"
Die Saargemünder Ausstellung wird im Rahmen der internationalen Ausstellung Abenteuer Arbeit Menschen und Werkzeuge gezeigt, die vom 1. Juni bis
1. November 2000 im Museum des Lothringischen Steinkohlebeckens (Musée du Bassin houiller lorrain), Carreau Wendel in Petite-Rosselle stattfindet.
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Fotografie-Ausstellung
Die Arbeit in den Steingutwerkstätten
Garten der Bliesmühle
125, avenue de la Blies F-57200 Sarreguemines.
1. Juni bis 31. Oktober 2000 von 9 bis 20 Uhr
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© Sarreguemines Museum 05.06.2000
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