Die Pioniere...
Die Produktion beginnt 1790.
Nicolas-Henri Jacobi und zwei weitere Wegbereiter bauen die erste Manufaktur.
Doch die wirtschaftliche Lage ist nicht besonders günstig.

Jacobi kauft eine Ölmühle am Flußufer, die er zur "Wackenmühle" umbauen läßt.
Sein guter Wille allein reicht jedoch nicht.
Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohmaterialien, die Ablehnung und Skepsis der Bevölkerung, die Konkurrenz der englischen und französischen Manufakturen sowie die Revolutionswirren zwingen Jacobi zur Aufgabe...
Paul Utzschneider
1800 übernimmt der junge, dynamische Bayer die Manufaktur und bringt sie wirtschaftlich rasch in Schwung. Napoleon I wird einer seiner besten Kunden und erteilt verschiedene Aufträge.
Der kreative Mann führt neue Techniken der Bemalung ein.

Das Geschäft floriert so gut, daß er neue Werkstätten einrichten muß. Er erwirbt verschiedene Mühlen.
Die Proteste gegen die drohende Entwaldung lassen ihn zur Befeuerung mit Steinkohle anstelle von Holz übergehen. Der erste Steinkohleofen wird allerdings erst 1830 gebaut.
Der wirtschaftliche Aufschwung
1836 übergibt Utzschneider die Geschäftsführung seinem Schwiegersohn Alexandre de Geiger, der neue Anlagen bauen läßt, ohne jedoch in die Harmonie der Landschaft einzugreifen. 1838 tritt Alexandre de Geiger in Verhandlungen mit Villeroy und Boch. Der geschlossene Vertrag ermöglicht die Erhöhung der Produktion.

Die industrielle Revolution hinterläßt ihre Spuren.
Es entstehen neue Architekturkonstruktionen wie "Shed-Bedachungen" und hohe, runde Schornsteine, die vermeiden sollen, daß sich der Ruß auf den Wohnsiedlungen ablagert. Diese neuen zwischen 1853 und 1860 gebauten Fabriken arbeiten ausschließlich mit Wasserdampf.
Die Modernisierung der Werkstätten konzentriert sich hauptsächlich auf die für die Maschinen benötigte Energie.
Die Stabilisierung und die Jahrhundertwende...
Nach der deutschen Annektierung des Moselgebietes 1871 verläßt Alexandre de Geiger Saargemünd und geht nach Paris. Sein Sohn, Paul de Geiger übernimmt die Geschäftsführung. Es entstehen zwei neue Fabriken in Digoin und Vitry-le-François...

Paul de Geiger stirbt 1913.
Im gleichen Jahr teilen sich Utzschneider & Cie in zwei Firmen.
Die eine kümmert sich um die Geschäftsführung der Saargemünder Fabriken,
die andere um die französischen Fabriken..
1919 nach
dem Ersten Weltkrieg fusionieren die Firmen
unter dem Namen Sarreguemines-Digoin-Vitry-le-François
und werden von der Familie Cazal verwaltet..
Während des Zweiten
Weltkrieges wurde die Manufaktur beschlagnahmt
und die Geschäftsführung zwischen 1942 und 1945
an Villeroy und Boch übergeben. Nachdem man die Produktion
von Porzellan und Majolikaprodukten eingestellt hatte,
wurde die Fabrik 1979 von der Gruppe
Lunéville-Badonviller-Saint-Clément
aufgekauft und erhielt 1982 den Namen Sarreguemines-Bâtiment...
